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Der neue Roman von Bestseller-Autorin Anne Stern spielt in Freiburg – Lesung am Donnerstag

Das sommerliche Freiburg ist der Schauplatz des Romans, Hauptprotagonistin Lisa wohnt in der Wiehre. Foto: Adobe StockDas sommerliche Freiburg ist der Schauplatz des Romans, Hauptprotagonistin Lisa wohnt in der Wiehre. Foto: Adobe Stock

Es ist das erste Mal seit sechs Jahren, dass die alleinerziehende Musiklehrerin Lisa einen Sommer ohne ihren Sohn vor sich hat. Doch die lang ersehnte Freiheit bringt auch Zweifel mit sich. Anne Stern, Autorin der Bestseller-Reihe „Fräulein Gold“, liest aus ihrem neuen Roman „Wenn die Tage länger werden“ am Donnerstag in der Buchhandlung Rombach. Warum der in Freiburg spielt, erzählt sie im Gespräch mit Saskia Schuh.

Frau Stern, Sie leben in Berlin. Wie kam es dazu, dass Ihr neuer Roman in Freiburg spielt?

Anne Stern: Ich schreibe viele Romane, die in meiner Heimatstadt Berlin spielen. Bei dem neuen Roman hatte ich aber das Gefühl, dass ich diesen ein bisschen aus meiner Lebenswelt rausverlagern möchte. Gleichzeitig muss man aber einen Ort haben, an dem man ein gutes Gefühl hat und den man auch kennt, sonst kann man darüber nicht authentisch schreiben. Ich kenne Freiburg und den Südschwarzwald sehr gut aus meiner Kindheit, weil ich dort sehr viele Winter verbracht habe, eigentlich jedes Weihnachten, weil meine Lieblingstante in Himmelreich lebte. Ich war auch öfter im Sommer dort und erinnere mich gut an die sehr intensiven Sinneseindrücke – das Licht, die klare Luft, der Geruch.

Am Donnerstag stellt Anne Stern ihren neuen Roman in Freiburg vor. „Ich freue mich sehr auf die Gespräche mit den Leuten vor Ort und bin sehr gespannt, ob sie sich oder ihre Gegend darin wiederfinden“, sagt sie. Foto: Heike Steinweg

Welche Freiburger Schauplätze kommen in Ihrem Buch vor?

Stern: Es gibt viele Szenen, die in der Stadt Freiburg spielen, die Hauptprotagonistin Lisa lebt in der Wiehre. Als ich für den Roman recherchiert habe, bin ich vor drei Jahren auch nochmal nach Freiburg gefahren und war im Hochsommer dort, das war sehr wichtig, um die Atmosphäre richtig wiederzugeben.

Ihre Hauptfigur ist eine junge, alleinerziehende Mutter, die zum ersten Mal einen Sommer ohne ihr Kind verbringt, was ist die Message Ihres Buches?

Stern: Ich stelle in dem Roman eher Fragen. Lisa, die das erste Mal wochenlang ohne Kind ist, fängt an, sich ein bisschen auch von dieser einschränkenden Rolle zu befreien und stellt sich die Frage: Wer bin ich eigentlich noch, wenn ich mein Kind nicht mehr bei mir habe. Welche Frau war ich vorher und welche kann ich als Mutter wieder sein? Es geht aber dann auch um die Herkunft. Sie hat früher sehr gut Geige gespielt, jetzt fragt sie sich, warum hat sie das aufgegeben hat und welche Rolle die Musik wieder in ihrem Leben spielen kann und woher ihre Geige – ein Erbstück – kommt. Es geht also nicht nur um Mutterschaft, sondern auch um Herkunft, Zugehörigkeit und das Schweigen in der Familie.

Sie sind selbst Mutter von drei Kindern, haben Sie auch persönliche Erfahrungen verarbeitet?

Stern: In meinem Roman gibt es nichts, was nicht mit mir zu tun hat und gleichzeitig ist es aber überhaupt nicht meine persönliche Geschichte. Außer, dass ich die Erfahrung meiner Protagonistin auch gemacht habe und weiß wie es ist, wenn man sich als Mutter genau diese Fragen stellt. Natürlich war es vor drei Jahren inspirierend und spannend für mich einfach mit dem Zug von Berlin nach Freiburg zu fahren und mich dann alleine in der Stadt wiederzufinden. Die Geschichte ist aber trotzdem komplett fiktiv.


Ihr neuer Roman weicht von Ihren bisherigen Werken ab, die meist im historischen Berlin spielen, hatten Sie Lust auf etwas Neues?

Stern: Ich schreibe normalerweise viele historische Romane, damit beschäftige ich mich schon sehr lange und viel. Ich wollte aber schon lange ausprobieren, wie ist es, über die Gegenwart zu schreiben und auch über Themen, die nahe an meinem Alltag dran sind. Aber einem bin ich treu geblieben: auch in diesem Roman steckt viel deutsche Geschichte.


Ist die Lesung in Freiburg etwas Besonderes, sind Sie gespannt auf die Reaktionen?

Stern: Es ist natürlich etwas Besonderes, wenn man an dem Ort liest, an dem die Geschichte spielt. Ich freue mich sehr auf die Gespräche mit den Leuten vor Ort und bin sehr gespannt, ob sie sich oder ihre Gegend darin wiederfinden.


Wird es eine Fortsetzung des Romans geben?

Stern: Der Roman ist in sich abgeschlossen, aber ich würde nichts ausschließen. Der Schauplatz könnte aber auf jeden Fall in einem anderen Roman wieder auftauchen.

Lesung und Gespräch: Am 3. April, 19.30 Uhr, ist Anne Stern, Autorin der Bestseller-Reihe „Fräulein Gold“, mit ihrem Roman „Wenn die Tage länger werden“ in der Buchhandlung Rombach (Bertoldstraße 10) zu Gast. Eintritt: 12/ 10 Euro. Tickets und Infos gibt es unter www.rombach.de/shop/magazine/162223/anne_stern.html