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Verkehrskonzept in Haslach: Die Suche nach der Superlösung

Haslach VerkehrsberuhigungDie ersten Konzepte für eine Verkehrsberuhigung in Haslach liegen vor. Visualisierung: Argus, Stadt Freiburg

Wie ließe sich der von viel Verkehr belastete Stadtteil Haslach für die Menschen attraktiver und lebenswerter gestalten? Dieser Frage widmet sich die Stadt Freiburg seit einiger Zeit in einem aufwändigen Verfahren, in dem auch die Wünsche der Bevölkerung berücksichtig werden sollen. Am 16. Juli 2024 sollen drei Varianten öffentlich diskutiert werden.

Genau vor einem Jahr waren 13 der 56 Parkplätze in der Carl-Kistner-Straße vorübergehend mit Bänken und Pflanzen möbliert worden. Der Testlauf sollte zeigen, „welche Gestaltungsmöglichkeiten in Zukunft denkbar sind“, so Freiburgs Baubürgermeister Martin Haag. Die Aktion, so die Stadt, sei „ganz unterschiedlich“ angekommen.

Vor einem Jahr gab es im Haslacher Zentrum einen Testlauf mit Stadtmöbeln. Foto: Joers

Eine „Mehrheit“ der Rückmeldungen habe die Möblierung begrüßt. Es habe aber auch kritische Stimmen gegeben, da die Geschäfte mit dem Auto schlechter erreichbar seien, auch für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Bei einem Vor-Orttermin mit Bürgern habe es ebenso geteilte Meinungen gegeben.

Widersprüchliche Wünsche

Ein Jahr später ist die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau für ein Verkehrsberuhigung in Haslach einen ganzen Schritt weiter. Die Herausforderung: In den Bürgerrunden hab es „teils widersprüchliche Wünsche“ gegeben. So kollidiert der Ruf nach Verkehrsberuhigung, weniger Durchgangsverkehr und breiteren Gehwegen anstelle von Parkplätzen zwangsläufig mit dem Wunsch einer guten Erreichbarkeit der Gebäude und Geschäfte für den Autoverkehr. Ein beauftragtes Planungsbüro hat nun drei Themenfelder erarbeitet, die zeigen, was in Haslach möglich wäre und was eher nicht.

In Haslach gibt es ein Netz aus Sammelstraßen – darunter die Carl-Kistner-Straße – die mit rund 5.000 Kfz/Tag stark belastet sind. Foto: Joers

Der erste Vorschlag ist ein Verkehrslenkungskonzept nach dem Superblockprinzip. Mittels Abbiegverboten, Einbahnstraßen, einer Fußgängerzone in der Carl-Kistner-Straße und einem KfZ-Verbot auf der Brücke der Opfinger Straße soll der Autoverkehr an den Quartiersrand verlagert werden. In einer zweiten Variante könnten Kreuzungen oder Straßenabschnitte so umgestaltet werden, dass die Verkehrssicherheit zunimmt. Vor allem Radfahrer und Fußgänger sollen davon profitieren, so dass die Straßenräume weniger vom Autoverkehr dominiert werden. Variante drei sieht eine Aufwertung der Carl-Kistner-Straße vor – nicht aber deren Umwandlung in eine Fußgängerzone, weil dies „planerisch und rechtlich sehr schwierig und aufwändig wäre“. Doch durch eine Umwandlung einer begrenzten Zahl von Parkplätzen ließe sich die Aufenthaltssituation „relativ schnell“ verbessern, so die Stadt.

Info: Am 16. Juli 2024 um 19 Uhr im Melanchthonsaal sollen die Ideen bei einem Bürgerdialog diskutiert werden. Auf www.freiburg.de/verkehrskonzept-haslach sind alle Vorschläge abrufbar – dort können sich Bürger auch für den Dialog anmelden.